Bernie
Mit sieben Namen um die Welt
Band 3: Roter Stoff und grüne Hoffung
🐭 Brüssel, Brunnen und Buchstaben
Der Morgen begann mit einem Ruck.
Der Lkw, in dem Bernie, Patrizia und Bruno versteckt lagen, hatte gestoppt.
Die Sonne fiel durch die schmalen Ritzen des Palettenkastens.
Von draußen drangen Stimmen, Hupen, das Rumpeln von Rädern auf Kopfsteinpflaster.
Bernie blinzelte.
Neben ihm schnarchte Bruno leise, Patrizia hatte sich eingerollt wie eine Zimtrolle.
„Wir sind da“, flüsterte er.
Sie warteten, bis niemand mehr in der Nähe war.
Dann schoben sie die lose Tür des Kastens auf, kletterten über eine Rampe –
und standen mitten in Brüssel.
Häuser aus hellem Stein.
Plakate in einer fremden Sprache.
Straßenlaternen mit kleinen Wappen.
Und ein Duft nach Pommes, gebratenen Zwiebeln und… Waffeln?
„Also DAS ist schon mal ein Pluspunkt“, murmelte Bernie.
Sie liefen durch kleine Gassen, vorbei an Cafés und einem Schokoladenladen,
bis sie plötzlich auf einen kleinen Platz kamen.
Dort stand – mitten auf einem Sockel –
eine Statue…
🐭 Brüssel, Brunnen und Buchstaben
Der Morgen begann mit einem Ruck.
Der Lkw, in dem Bernie, Patrizia und Bruno versteckt lagen, hatte gestoppt.
Die Sonne fiel durch die schmalen Ritzen des Palettenkastens.
Von draußen drangen Stimmen, Hupen, das Rumpeln von Rädern auf Kopfsteinpflaster.
Bernie blinzelte.
Neben ihm schnarchte Bruno leise, Patrizia hatte sich eingerollt wie eine Zimtrolle.
„Wir sind da“, flüsterte er.
Sie warteten, bis niemand mehr in der Nähe war.
Dann schoben sie die lose Tür des Kastens auf, kletterten über eine Rampe –
und standen mitten in Brüssel.
Häuser aus hellem Stein.
Plakate in einer fremden Sprache.
Straßenlaternen mit kleinen Wappen.
Und ein Duft nach Pommes, gebratenen Zwiebeln und… Waffeln?
„Also DAS ist schon mal ein Pluspunkt“, murmelte Bernie.
Sie liefen durch kleine Gassen, vorbei an Cafés und einem Schokoladenladen,
bis sie plötzlich auf einen kleinen Platz kamen.
Dort stand – mitten auf einem Sockel –
eine Statue.
Ein kleiner Junge.
Mit freiem Unterkörper.
Und:
Er pinkelte. In einen Brunnen.
Bruno trabte sofort hin, beugte sich runter – und begann zu trinken.
„NEIN!“, rief Bernie.
„Das ist doch… also… da pinkelt doch jemand rein!“
„Das ist nur ne Figur“, lachte Patrizia.
„Der Brunnen ist berühmt. Der heißt Manneken Pis.“
Bernie verzog das Gesicht.
„Brüssel ist komisch.“
Bruno schluckte, rülpste leise.
„Schmeckt aber okay.“
Sie hatten längst aufgehört zu zählen, wie oft sie abgebogen waren.
Links, rechts, wieder links – Brüssel war ein einziger Irrgarten aus Straßen, Gassen, Schildern und Menschen.
Bruno lief langsam.
Bernie und Patrizia hockten auf seinem Rücken, um Kraft zu sparen.
Aber die Richtung war ihnen längst verloren gegangen.
„Ich dachte, du findest den Bahnhof“, grummelte Bernie.
„Ich bin ein Hund, kein Navi“, schnaufte Bruno.
„Außerdem kann ich nicht lesen.“
„Ich auch nicht“, flüsterte Bernie.
„Nicht richtig. Nur so’n paar Buchstaben. Und die meisten dreh’n sich sowieso ständig.“
„Ich kann lesen“, sagte Patrizia. „Aber nicht alles.
Und das meiste hier steht auf Flämisch… das ist wie Französisch, nur komplett anders.“ …
Manchmal ist der Weg nach Hause nicht nur eine Frage der Richtung.
Hol Dir die ganze Geschichte nach Hause – zum immer wieder lesen, anhören, träumen und mitfiebern.
Autor: Martin Zukunft
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